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Citroën spendiert seinen günstigen Modellen eine neue Topversion – doch das Abenteuer bleibt vor allem optischer Natur
Citroën erweitert die Baureihen C3, C3 Aircross und Ami um die neue Ausstattung Outdoor, die bei den ersten beiden Modellen oberhalb der bisherigen Max-Version angesiedelt ist. Der Name mag nach Abenteuer klingen, doch Allradantrieb, zusätzliche Bodenfreiheit oder andere ernsthafte Offroad-Technik sucht man vergebens. Outdoor steht in erster Linie für eine robustere Optik und eine umfangreichere Ausstattung.
Das Konzept ist bekannt. Dacia hat mit seinen Extreme-Versionen bereits gezeigt, dass ein günstiges Auto nur einige Details im SUV-Stil, markante Sitzbezüge und die richtige Farbe braucht, damit ein Alltagsfahrzeug zumindest auf dem Parkplatz ein wenig abenteuerlicher wirkt.
Der C3 bekommt die Optik, nicht die Geländetauglichkeit
Der C3 Outdoor erhält eigens gestaltete Stoßfänger vorn und hinten, schwarze Radlaufverkleidungen, glanzgedrehte 17-Zoll-Leichtmetallräder im Design Aragonite sowie Outdoor-Grafiken. Im Innenraum setzt Citroën auf spezielle Sitzbezüge in Hellgrau und Schwarz mit gelben Akzenten.
Die Ausstattung basiert auf der Max-Version und umfasst damit Citroën Advanced Comfort-Sitze, einen zentralen 10,25-Zoll-Bildschirm, Navigation, Klimaautomatik und induktives Laden für Smartphones.
Die Auswahl der Antriebe hängt vom jeweiligen Markt ab. Outdoor bedeutet weder einen eigenständigen, stärkeren Motor noch ein neues Allradsystem; im Wesentlichen handelt es sich um ein Ausstattungs- und Designpaket.
Der C3 Aircross spielt dasselbe Spiel im größeren Maßstab
Der C3 Aircross Outdoor folgt demselben Prinzip, doch seine größere Karosserie verleiht dem SUV-Auftritt etwas mehr Glaubwürdigkeit. Auch er erhält eigens gestaltete Stoßfänger, schwarze Details, Outdoor-Embleme und eigene Sitzbezüge.
Citroën ergänzt die C3-Aircross-Palette außerdem um einen neuen Hybridantrieb mit 81 kW. Er kombiniert einen 1,2-Liter-Turbobenziner mit einem elektrifizierten Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.
Es handelt sich nicht um einen Plug-in-Hybrid, externes Laden spielt also keine Rolle. Das System nutzt eine kleine 48-V-Batterie und einen Elektromotor, um den Benziner im Stadtverkehr zu entlasten.
Der Outdoor bleibt ein Fronttriebler. Sollte auf dem Werbefoto im Hintergrund ein Berg zu sehen sein, bewundert man ihn daher vermutlich am besten.
Der Ami bekommt immerhin etwas wirklich Neues
Der unterhaltsamste Outdoor ist tatsächlich das günstigste Fahrzeug. Der elektrische Ami erhält eine Karosserielackierung in Khaki Green, schwarze Radabdeckungen, gelbe Details und abenteuerlicher wirkende Grafiken.
Wichtiger ist allerdings das Dach. Erstmals bekommt der Ami mit geschlossener Karosserie ein zu öffnendes Stoffdach. Es muss von Hand zurückgerollt werden, denn ein elektrisches Dach würde den Ami vermutlich gefährlich nahe an das Territorium der Luxusautos bringen.
Die Technik bleibt unverändert. Der Ami bleibt ein leichtes Stadtfahrzeug und wird nicht zum Mini-Geländewagen.
Citroën will auf Dacias Terrain mitspielen
Outdoor ist ein recht offenkundiger Versuch, Citroëns günstigeren Modellen mehr Charakter zu verleihen und zugleich den durchschnittlichen Verkaufspreis zu erhöhen. Dafür gibt es auf dem europäischen Markt einen durchaus nachvollziehbaren Grund.
Dacia nutzt seine Extreme-Ausstattung im Wesentlichen für denselben Zweck, und die SUV-Ästhetik ist längst bei Autos angekommen, deren Besitzer unbefestigte Straßen seltener sehen als automatische Waschanlagen.
Citroën behauptet nicht, dass Outdoor den C3 oder C3 Aircross zum Geländewagen macht. Der Hersteller spricht von „Alltagsabenteuern“ – eine elegante Umschreibung der Marketingabteilung dafür, dass die Technik darunter unverändert bleibt.
Und daran ist im Grunde nichts auszusetzen. Der C3 soll auf dem europäischen Markt weiterhin ein vergleichsweise günstiges und komfortables Auto sein. Outdoor gibt Käufern lediglich die Möglichkeit, etwas mehr zu bezahlen, um den Eindruck zu erwecken, sie hätten für das Wochenende etwas deutlich Aufregenderes geplant.