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Renault bringt 1.500 Exemplare des Rafale Hypnotic mit 221-kW-PHEV und von Alpine abgestimmtem Fahrwerk
Renault positioniert sein europäisches Flaggschiff Rafale noch höher und macht es zugleich exklusiver. Der Rafale Hypnotic wird in einer auf 1.500 nummerierte Exemplare begrenzten Auflage gebaut und kombiniert einen Plug-in-Hybridantrieb mit 221 kW, Allradantrieb, Allradlenkung und ein von Alpine-Ingenieuren abgestimmtes Fahrwerk. In Frankreich kostet das Sondermodell 63.550 Euro.
Dabei handelt es sich weder um einen neuen Antrieb noch um ein bloßes Dekorpaket. Der Hypnotic basiert auf der technisch anspruchsvollsten Rafale-Version Atelier Alpine und ergänzt sie um eine Sonderlackierung, 21-Zoll-Räder, eine eigenständige Innenausstattung und nahezu alle Komfortmerkmale, die Renault für dieses Modell anbietet.
Renault nimmt ab dem 1. Oktober Bestellungen entgegen, die ersten Fahrzeuge sollen Ende 2026 an Kunden ausgeliefert werden. Europaweit stehen lediglich 1.500 Exemplare zur Verfügung.
221 kW und drei Elektromotoren
Die Antriebstechnik des Hypnotic wird unverändert vom Rafale Hyper Hybrid E-Tech 4x4 300 Atelier Alpine übernommen. Renault kombiniert dabei einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit drei Elektromotoren. Der Verbrennungsmotor leistet 110 kW und liefert 230 Nm, die Systemleistung beträgt 221 kW.
Ein an der Hinterachse montierter Elektromotor mit 100 kW und 195 Nm sorgt für den Allradantrieb des Rafale. Das elektrische System wird von einer 22-kWh-Lithium-Ionen-Batterie gespeist, mit der Renault nach WLTP eine elektrische Reichweite von bis zu 105 km verspricht. Mit vollständig geladener Batterie und einem 55-Liter-Benzintank beträgt die theoretische Gesamtreichweite bis zu 1.000 km. Nach früheren offiziellen Angaben von Renault verbraucht derselbe Antrieb im kombinierten WLTP-Zyklus bei voller Batterie 0,5 l/100 km. Bei entladener Batterie liegt der besser vergleichbare Wert bei rund 5,8 l/100 km.
Mit diesen Werten nimmt der Rafale unter den europäischen Plug-in-Hybriden eine recht starke Position ein. Eine elektrische WLTP-Reichweite von 105 km bedeutet, dass sich viele Alltagsfahrten ohne Start des Benzinmotors zurücklegen lassen – vorausgesetzt, der Besitzer lädt das Auto tatsächlich auf. Im heutigen Premiumsegment sind 221 kW keine Aufsehen erregende Leistung mehr. Der interessantere Teil des Rafale befindet sich zwischen den Rädern.
Alpine-Ingenieure arbeiteten am Fahrwerk
Der Hypnotic übernimmt das unter Mitwirkung der Ingenieure von Alpine Cars entwickelte Fahrwerk des Atelier Alpine. Die Änderungen beschränken sich nicht auf die Software. Renault setzt spezielle Federn, Stoßdämpfer, Stabilisatoren und 21-Zoll-Räder ein. Alpine war zudem an der Abstimmung von Bremsen, Rekuperation, Stabilitätskontrolle und Servolenkung beteiligt.
Zum Paket gehört die Allradlenkung 4Control Advanced. Indem sie die Hinterräder abhängig von der Fahrgeschwindigkeit einschlägt, macht sie das große Fahrzeug bei niedrigem Tempo wendiger und bei höherem Tempo stabiler. Noch ungewöhnlicher ist das vorausschauende adaptive Fahrwerk. Eine Kamera hinter der Windschutzscheibe überwacht die vorausliegende Fahrbahn, sodass das System die Stoßdämpfer anpassen kann, bevor die Räder eine Unebenheit erreichen.
Ein solches Technikpaket findet sich üblicherweise in deutlich teureren Autos. Genau hier gewinnt der Rafale für Renault an Bedeutung: Statt mit dem Hypnotic lediglich ein weiteres leistungsstarkes Crossover-Modell zu bauen, verschiebt die Marke ihre bisherige Preisobergrenze nach oben.
Hypnotic bedeutet diesmal Schwarz
Beim Namen hat sich Renault nicht zurückgehalten. „Hypnotic“ soll auf die hypnotische Anziehungskraft des Autos verweisen. Um diese Wirkung zu erzielen, lackiert der Hersteller das Fahrzeug exklusiv in Forest Black mit seidenmattem Finish.
Auch der Kühlergrill, das Atelier-Alpine-Emblem und mehrere weitere Details sind schwarz ausgeführt. Dach und Heckspoiler tragen eine glänzend schwarze Lackierung, während die 21-Zoll-Leichtmetallräder seidenmatt gehalten sind. Das Ergebnis wirkt bewusst düster und erheblich weniger extravagant als manche herkömmlichen Sondermodelle.
Der Innenraum folgt demselben Thema. Die Sitze kombinieren titanschwarzes Alcantara mit einem kunstlederartigen Bezugsmaterial, ergänzt durch blaue, weiße und rote Nähte. Das Alpine-A-Logo auf den Sitzen ist beleuchtet, zudem erhält jedes Fahrzeug eine Plakette mit seiner Seriennummer.
Auch die Instrumententafel ist mit Alcantara bezogen. An den Türverkleidungen verwendet Renault glänzend schwarze Details sowie eine Kombination aus Blau, Weiß und Rot.
In der Ausstattungsliste fehlt kaum etwas
Beim Hypnotic geht es darum, den Rafale in einer nahezu voll ausgestatteten Form anzubieten. Zur Serienausstattung gehört das Panorama-Glasdach Solarbay, dessen Transparenz sich elektrisch regeln lässt. Hinzu kommen eine beheizbare Windschutzscheibe, ein Head-up-Display und ein Premium-Soundsystem von Harman Kardon.
Das erklärt auch den Preisunterschied zum regulären Rafale. In Frankreich verlangt Renault 63.550 Euro für den Hypnotic. Zum Vergleich: Der E-Tech 200 Techno mit 147 kW kostet dort 46.750 Euro, der Esprit Alpine mit demselben Antrieb 50.750 Euro, der Esprit Alpine mit 221 kW und Allradantrieb 55.750 Euro und der Atelier Alpine, auf dem der Hypnotic basiert, 60.250 Euro. Der Aufpreis des Hypnotic gegenüber dem Atelier Alpine beträgt somit 3.300 Euro.
Dieser Betrag ist deutlich aussagekräftiger als der Endpreis von 63.550 Euro. Käufer zahlen 3.300 Euro für die exklusive Ausführung, die zusätzliche Ausstattung und die auf 1.500 nummerierte Fahrzeuge begrenzte Auflage. In der Welt der Sondermodelle von Premiummarken ist das keineswegs ein überzogener Aufpreis.
Bestellstart in 14 europäischen Märkten
Die limitierte Auflage des Hypnotic bringt auch eine eingeschränkte Auswahl an Märkten mit sich. Renault nimmt ab dem 1. Oktober in 14 europäischen Ländern Bestellungen entgegen: Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Schweiz, Bulgarien, Belgien, Österreich, Polen, Rumänien, Ungarn, Slowakei, Tschechien und Griechenland.
Spanien erhält beispielsweise 200 Fahrzeuge aus der auf 1.500 Exemplare begrenzten Produktion. Den dortigen Preis will Renault erst zum Bestellstart bekannt geben. Die ersten Fahrzeuge sollen Ende des Jahres an Kunden ausgeliefert werden.
Renault wird den Hypnotic außerdem auf dem Pariser Autosalon 2026 präsentieren, der vom 12. bis 18. Oktober stattfindet.
Die eigentliche Bedeutung des Rafale Hypnotic liegt jedoch nicht in seiner seidenmatten schwarzen Lackierung. Renault erprobt, wie weit eine Volumenmarke den Preis und den technischen Anspruch ihres Flaggschiffs steigern kann. Allradantrieb, 4Control, ein vorausschauendes adaptives Fahrwerk, ein Plug-in-Hybridantrieb mit 221 kW sowie eine elektrische Reichweite von 105 km liefern dafür zumindest eine recht überzeugende technische Grundlage. Der Hypnotic ergänzt dies um ein Maß an Exklusivität, das in der Preisliste von Renault normalerweise nicht zu finden ist.